Kultur Lindau
Hundertwasser mit einem verbogenen Lineal, das ihm nach einem Brand in einem Architekturbüro zugeschickt wurde, Wien 1985 © Hundertwasser Archiv, Foto: Gerhard Krömer

Tag des offenen Denkmals am 8.09.2019

Am 8.9.2019 findet unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt.

Im neuen Kunstmuseum am Inselbahnhof erläutern die Kunsthistorikerinnen Dr. Sylvia Wölfle und Pia Mayer die kämpferische Gegenposition des selbsternannten „Architekturdoktors“ Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) zum Bauhausstil:

Am Beispiel originaler Gemälde, Architekturzeichnungen und Grafiken werden die Vorstellungen des schillernden Ausnahmekünstlers vom organischen Bauen und naturverbundenen Wohnen fern jeder Standardisierung veranschaulicht. Besonders interessant ist hierbei der Kontext seiner polarisierenden Kunstaktionen und Schriften.

Bereits früh in seinem Schaffen verurteilte Hundertwasser die geometrisch gerade Linie als unschöpferisch und lehnte sie auch in der Baukunst ab. Zur Verbreitung seiner Ideen sorgte er gern absichtlich für Skandale, etwa 1958 mit seinem öffentlich verlesenen „Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur“ oder 1967 mit seiner Münchner „Nacktrede“ für das Anrecht des Menschen auf eine individuelle Bauweise. In den Kurzführungen wird deutlich, wie hochaktuell viele Ideen Hundertwassers angesichts der heutigen Wohndebatten noch immer sind.

Informationen

Wann:
Führungen: 11.00 Uhr; 12.00 Uhr; 15.00 Uhr; 16.00 Uhr.

Wo:

Kunstmuseum am Inselbahnhof
Maximilianstrasse 52
88131 Lindau/Bodensee

Eintritt:

kostenlose Führungen (Eintritt zur Ausstellung ist zu bezahlen)

Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 20 Personen begrenzt. Um tel. Anmeldung beim Stadtbauamt Lindau, Tel. 08382 /918 616 am 06.09.2019 ab 8.00 Uhr wird gebeten.

Ein Wassertropfen-Foto unter dem Dunkelfeldmikroskop
Myrrhe im Wasser © Prof. Dr. Bernd Kröplin und Regine C. Henschel

"Die Geheimnisse des Wassers" am 13.09.2019

Neueste erstaunliche Ergebnisse aus der Wasserforschung von Regine C. Henschel und Prof. Dr. Bernd Kröplin

Friedensreich Hundertwasser  hatte eine ganz besondere Beziehung  zum Element Wasser. Er verwies in den Werken seiner Malerei  immer wieder auf dessen  verschiedene Erscheinungsformen: „Wasser, Regentropfen, Tränen, Wasser auf dem Meer, Wasser in den Flüssen, Wasser in den Seen, Wasser, das vom Himmel fällt und Wasser, das von den Augen fällt.“  

Die Bilderwelt des  Lebenselixiers Wasser ist auch für die Wissenschaft ein faszinierendes Thema.  Im  Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Friedensreich Hundertwasser-Traumfänger einer schöneren Welt“  stellt die Wasserforscherin Regine C. Henschel am 13.09.2019 in der Stadtbücherei Lindau  in ihrem Bildervortrag sieben neu entdeckte „Geheimnisse des Wassers“ vor.

Eines dieser Geheimnisse  ist die Kommunikationsfähigkeit von Wasser: Über eine Distanz von bis zu ca. 1,5 m tauschen Wassertropfen im Stuttgarter Labor von Regine C. Henschel und Prof. Dr. Bernd Kröplin Informationen aus und beeinflussen sich gegenseitig in ihrer Struktur.

Wasser hat ein „Gedächtnis“. Es reagiert auf äußere Einflüsse sehr sensibel und bildet in feinen Strukturen im getrockneten Tropfen ab, ob es Mobilfunk ausgesetzt war, Röntgenstrahlung oder mit Pflanzen, Heilsteinen und Musik in Kontakt kam. Ein Wassertropfen, der klassische Musik von Satie „gehört“ hat, sieht in seiner inneren Struktur deutlich anders aus als einer, der Hardrock ausgesetzt wurde. Wasser dokumentiert die Einwirkungen von Frequenzen, Schwingungen und noch vielen weiteren äußeren Einflüssen, die als wunderschöne Tropfenbilder unter dem Dunkelfeldmikroskop fotografiert werden. Das Wasser ist so etwas wie ein „riesiger Informationsspeicher“, den es gilt achtsam zu entdecken und zu lesen. Die Quellen und Meere sind das Gedächtnis der Erde.

Essenzen, Hydrolate, homöopathische Lösungen – für einen Wasserforscher haben alle wässrigen Lösungen interessante Tropfenbilder und spannende Aussagen. Denn auch jede Quelle hat ihr ureigenes Tropfenbild. Das Schwarze Meer bildet eine andere Tropfenstruktur aus als eine artesische Quelle, ein Bach in Baden-Württemberg sieht unter dem Dunkelfeldmikroskop anders aus als eine Wasserprobe aus dem Rhein. Wir nennen dieses Phänomen die „Gesichter des Wassers“.

Die „Geheimnisse des Wassers“ werden in klaren Vorher-Nachher-Fotografien von wunderschönen Wassertropfenstrukturen in einem spannenden Bildervortrag offenbart. Im Anschluss an den Vortrag sind thematische Fragen an die Referentin bei einem kleinen Stehempfang willkommen. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Natuviva e.V. und dem Natuviva Staffellauf der Nachhaltigkeit durchgeführt.

Informationen

Wann:
19:00 Uhr

Wo:
Stadtbücherei Lindau

Maximilianstr. 52
88131 Lindau (B)

Eintritt:
Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten unter

T. +49 (0) 8382 277 565 15
museum(at)kultur-lindau.de

ORF lange Nacht der Museen am 5.10.2019


Infos folgen in Kürze